Die Kanzlerin setzt sich für ein Ende des Moratoriums ein. Damit zeigt sich die Physikerin entweder als besonders mutig oder als besonders schlecht informiert.
Während im Land Niedersachsen die Regierung den ‘Versuch Asse’ am liebsten aus dem Bergrecht raus unter dem Atomrecht bewertet haben möchte, zeigt der Bund gesteigertes Interesse an dem Ausstieg aus dem Ausstieg.
Auch Altkanzler Helmut Schmidt (SPD), weniger als Vordenker denn als Pragmatiker bekannt, sieht die Kernkraft nicht am Ende. Er prophezeit einen Positionswechsel der SPD in absehbarer Zukunft. Der Gegenwind frischt auf.
Es gilt,
1. die ungeklärte Endlagerfrage wieder auf die politische Agenda zu setzen, solange die Erfahrungen mit Asse noch frisch sind.
2. die Versorgungssituation von Uran genauer zu betrachten.
3. die unsichere Betriebsbereitschaft deutscher Meiler während niedriger Flusspegel-Stände im Sommer ins Bewusstsein zu bringen.
Last not least sollten auch die Störfälle in Frankreich nicht in Vergessenheit geraten – gerade in der medialen Betrachtung. Denn Tatsache ist: Störfälle in Atomkraftwerken beeinträchtigen die Stimmung der Bevölkerung mindestens so sehr, wie der Strompreis.