Groß gedacht
In der Größe liegt eine gewisse Verlockung.
Als der Landkreis Lüchow-Dannenberg begann seine Hausaufgaben zu machen, da fusionierten fünf defizitäre Samtgemeinden zu dreien. Die sind jetzt vor allem eines: größer.
Viel mehr ist bislang nicht passiert.
Der Service? Nicht besser!
Kostengünstiger? Nicht so richtig.
Bis auf die Tatsache, dass viele Lüchow-Dannenberger etwas weiter fahren müssen, hat sich vordergründig nix geändert.
Die verbliebenen Verwaltungsfragmente müssen den Unmut der verbliebenen Bürger aushalten aber was geblieben ist, sind die defizitären Stukturen, die Schaltzentralen sind etwas weiter weg – aber ihnen passiert nichts.
Natürlich wäre es unverantwortlich, die Verwaltung nicht den aktuellen Gegebenheiten anzupassen und wenn das Land seine Hilfe zusagt, dann wird das schon richtig sein, oder? …
Tatsache ist aber auch: Es gibt immer zwei Seiten der Medaille.
Die eine sind die geringeren Kosten, die andere ist die geringere Effizients. Längst hat sich herausgestellt, dass der direkte Kontakt mit Entscheidungsträgern vor Ort wesentlich schneller und einfacher zu den gewünschten Effekten führen kann, als der noch so effizient organisierte Verwaltungsapperat am anderen Ende der Telefonleitung. Dazu kommt: Es geht beim Zusammenschluss von Strukturen nicht um ein Wettrennen und es geht nicht um einen ersten Preis. Es geht um eine Weichenstellung. Die Verantwortung tragen die gewählten Poltiker und niemals ein Gutachter, auch wenn letzterer wesentlich mehr Geld für seine Meinung erhält.
Das abgelehnte Gutachten zu Kreisfusion Ue/DAN ist nicht das Ende eines Prozesses – es sollte vielmehr eine Aufforderung an allen Beteiligten sein, den begonnenen Dialog nicht abreißen zu lassen. Das Land hat bisher oft genug darauf hingewiesen, dass Zwangshochzeiten nicht opportun sein werden.
Die Landesregierung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass es eine von oben verordnete Gebietsreform mit ihr nicht geben wird. Dementsprechend strebt die Landesregierung auch von sich aus keine Fusion des Landkreises Lüchow-Dannenberg mit einem Nachbarkreis, insbesondere mit dem Landkreis Uelzen, an. Die Landesregierung unterstützt allerdings Bestrebungen aus der Region, die auf die Prüfung abzielen, ob mit einer möglichen Fusion in Verbindung mit einer deutlichen Rückführung von Liquiditätskrediten eine finanzielle Leistungsfähigkeit des Landkreises wieder hergestellt werden kann.
Innenminister Schünemann
Siehe dazu: